Solarpark: Bürgerbeteiligung möglich

Gemeinde rechnet mit sechsstelligen Mehreinnahmen pro Jahr durch geplante Anlage und setzt auf Beitrag zur Energiewende

Solarpark: Bürgerbeteiligung möglich

Artikel aus der RHEINPFALZ - Donnersberger Rundschau vom 15.09.2022 von Torben Müller

Bischheim

Bis zu 12.500 Haushalte soll die Anlage ganzjährig mit Energie versorgen können. Der Solarpark Bischheim hat eine weitere Hürde genommen, rückt immer näher. Schon 2024 soll der erste Strom fließen. Bürger sollen sich an dem Projekt beteiligen können.

Mit Einnahmen von rund 100.000 Euro pro Jahr rechnet Ortsbürgermeister Michael Brack. Und der Vertrag mit dem Energieversorger EnBW, der den Solarpark beidseitig der Autobahn 63 bauen will, sei auf ganze 30 Jahre ausgelegt. Man könne sich leicht „vorstellen, was das für eine kleine Gemeinde bedeutet“, sagt Brack.

Kann man tatsächlich: entspanntere Zukunftsaussichten. So es denn letztlich zum Bau der Anlage komme, könne seine Gemeinde „der Finanzierung des neuen Kindergartens gelassener entgegensehen“, hatte Brack schon im Juli gesagt, als der Bischheimer Gemeinderat sich für den Solarpark ausgesprochen hatte. Doch nicht nur bei der Kita bestehe dringender Handlungsbedarf: Auch die mehr als 100 Jahre alte Turnhalle im Ort müsse unbedingt saniert werden – nicht zuletzt deshalb, weil sie womöglich als Wärmehalle im Falle einer sich zuspitzenden Energiekrise im Winter dienen solle.

Festverzinsung oder Genossenschaft

Die Energiegewinnung vor der eigenen Haustür: für Brack ein weiterer positiver Aspekt des geplanten Solarparks. Denn: „Die Energiekrise wird bleiben. Wir müssen unabhängiger werden.“ Der Verbandsgemeinderat Kirchheimbolanden zumindest steht dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber und hat es in einem Grundsatzbeschluss am Mittwochabend einstimmig befürwortet.

Für den Solarpark, der sich auf einem gut 31 Hektar großen Areal nördlich der Gemeinde erstrecken soll sowie zusätzlich auf einer Fläche von gut sieben Hektar auf der gegenüberliegenden Seite der A 63, sind in Bischheim auch Modelle der Bürgerbeteiligung im Gespräch. Zum einen könne dies über eine feste Verzinsung für private Anteilseigner geschehen, erläutert Thomas Uhland, der Projektleiter für den Solarpark Bischheim bei EnBW. „Wir müssten mit der Gemeinde, die unser Partner bei der Anlage ist, besprechen, wer sich beteiligen kann und in welchem finanziellen Rahmen.“ Die Alternative dazu sei eine Genossenschaft, an der sich die Bürger beteiligen können.

2024 könne der erste Strom fließen, hofft Uhland. Der größte Zeitabschnitt müsse beim Bau einer solchen Anlage für die Genehmigungsphase eingeplant werden. Sollte es dabei besonders schnell gehen, sei es möglich, in Bischheim noch früher zu starten, setzt er darauf, dass das Thema Energie derzeit auch auf Verwaltungsseite ganz oben auf der Agenda steht.

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